Die Kosten für Social Media Betreuung reichen von null Euro bis zu mehreren Tausend pro Monat – je nachdem, ob Sie selbst posten, einen Freelancer beauftragen oder eine Agentur die Kanäle komplett übernimmt. Genau diese Spanne macht die Entscheidung so schwer: Was ist im Preis eigentlich enthalten, welche Kosten entstehen beim Selbermachen und ab wann rechnet sich das Auslagern? Dieser Leitfaden legt die Zahlen offen, zeigt die üblichen Preismodelle und gibt Ihnen eine ehrliche Entscheidungshilfe – auch für den Fall, dass Selbermachen für Sie die bessere Wahl ist.
Was Social Media Betreuung eigentlich umfasst
Bevor sich Preise vergleichen lassen, muss klar sein, was Sie überhaupt kaufen. „Betreuung" heißt bei einer Agentur etwas anderes als bei einem Freelancer, der zweimal pro Woche ein Posting hochlädt. Ein vollständiges Paket besteht aus mehreren Bausteinen:
Strategie & Setup
Plattform-Auswahl, Zielgruppen-Definition, Profil-Einrichtung und saubere Messung. Meist einmalig zu Beginn.
Redaktionsplan
Themen, Formate und Posting-Rhythmus für Wochen im Voraus, statt spontan zu posten, wenn gerade Zeit ist.
Content-Erstellung
Grafiken, Fotos, Videos und Texte. Der mit Abstand größte Zeitfresser im gesamten Paket.
Posten & Community
Beiträge veröffentlichen, auf Kommentare und Nachrichten reagieren, den Kanal am Leben halten.
Bezahlte Anzeigen
Kampagnen auf Instagram, Facebook oder TikTok, wenn organische Reichweite nicht reicht. Das Werbebudget kommt immer zusätzlich zum Betreuungshonorar.
Reporting
regelmäßige Auswertung, was Reichweite bringt und was Anfragen. Ohne Messung wissen Sie nie, wofür Sie zahlen.
Wenn Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie zuerst, welche dieser Bausteine enthalten sind. Ein Paket um 400 Euro pro Monat, das nur vier fertige Postings liefert, ist kein Schnäppchen gegenüber einem um 1.200 Euro, das Strategie, Content, Community-Management und Reporting abdeckt – es ist schlicht ein anderes Produkt.
Social Media Betreuung: Kosten und Preismodelle im Überblick
Am Markt haben sich drei Preismodelle etabliert. Die folgenden Richtwerte stammen aus unserer Erfahrung als Agentur am österreichischen Markt – sie sind eine Orientierung, keine Preisliste, denn der tatsächliche Aufwand hängt von Plattformen, Posting-Frequenz und Content-Anspruch ab.
1. Stundensatz. Freelancer verrechnen in Österreich meist zwischen 50 und 90 Euro pro Stunde, Agenturen zwischen 80 und 150 Euro. Das Modell passt für klar abgegrenzte Aufgaben – etwa ein einmaliges Profil-Setup oder eine Content-Schulung. Für laufende Betreuung ist es unpraktisch, weil die Kosten von Monat zu Monat schwanken und Sie jede Stunde hinterfragen.
2. Monatliche Pauschale. Das Standardmodell für laufende Betreuung. Kleine Pakete mit einer Plattform und wenigen Beiträgen pro Woche beginnen am Markt bei etwa 500 bis 800 Euro pro Monat. Eine solide Betreuung mit Redaktionsplan, eigenem Content, Community-Management und Reporting liegt üblicherweise zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Wer mehrere Plattformen, aufwendige Videoproduktion oder laufende Anzeigenkampagnen dazunimmt, landet darüber. Der Vorteil: planbare Kosten und eine Agentur, die den Kanal wirklich kennt, statt sich jedes Mal neu einzuarbeiten.
3. Einmaliges Projekt oder Setup. Strategie, Profil-Aufbau und ein erster Content-Grundstock als abgeschlossenes Paket – je nach Umfang grob zwischen 500 und 2.500 Euro. Sinnvoll, wenn Sie danach selbst weitermachen wollen und nur den professionellen Unterbau brauchen.
Dazu kommt bei bezahlter Werbung immer das Mediabudget: Das Geld, das an Meta oder TikTok fließt, ist im Betreuungshonorar nie enthalten. Für erste ernsthafte Kampagnen sollten Sie ein eigenes Werbebudget ab einigen Hundert Euro pro Monat einplanen – darunter liefern die Plattformen kaum verwertbare Daten.
Auffällig günstige Pakete haben fast immer einen Haken: vorgefertigte Beiträge ohne Bezug zu Ihrem Unternehmen, keine Reaktion auf Kommentare, kein Reporting. Das erfüllt auf dem Papier die Posting-Frequenz und bringt in der Praxis nichts – der Kanal wirkt austauschbar und genau das spüren auch Ihre Kunden.
Die versteckten Kosten beim Selbermachen
„Machen wir selbst, kostet ja nichts" ist die häufigste Fehlrechnung im Social Media Marketing. Kein Honorar heißt nicht kostenlos: Eigenbetreuung kostet Arbeitszeit, die in einem Unternehmen immer einen Preis hat.
Rechnen wir es transparent durch: Zwei bis drei brauchbare Beiträge pro Woche bedeuten Themen finden, Texte schreiben, Fotos oder Kurzvideos erstellen, posten und anschließend auf Kommentare und Nachrichten reagieren. Wer das gewissenhaft macht, ist schnell bei vier bis acht Stunden pro Woche – für eine einzige Plattform. Setzen Sie dafür Ihren eigenen Stundenwert als Unternehmerin oder Unternehmer an, liegt die „kostenlose" Eigenbetreuung rechnerisch oft über einer kleinen Agentur-Pauschale.
Dazu kommen zwei Kosten, die in keiner Stundenrechnung auftauchen:
Das Konstanz-Problem. Social Media funktioniert über Regelmäßigkeit. Im ruhigen Februar ist Zeit zum Posten, im vollen Juni nicht – genau dann bricht der Kanal ein. Ein Profil, dessen letzter Beitrag Monate zurückliegt, hinterlässt bei potenziellen Kunden einen schlechteren Eindruck als gar keines.
Das Qualitäts-Gefälle. Plattformen belohnen Inhalte, die ihre Nutzer halten. Wer nebenbei postet, konkurriert im selben Feed mit Unternehmen, die das hauptberuflich machen. Das ist kein Grund aufzugeben – aber ein Grund, den eigenen Aufwand realistisch einzuschätzen statt ihn kleinzureden.
Tipp:
Führen Sie zwei Wochen lang Buch, wie viele Stunden tatsächlich in Ihre Social-Media-Kanäle fließen – inklusive Ideensuche und Antworten auf Nachrichten. Diese Zahl mal Ihrem Stundenwert ist Ihre echte Vergleichsbasis zu jedem Agentur-Angebot.
Selber machen oder auslagern: die ehrliche Entscheidungshilfe
Die Antwort hängt nicht vom Budget allein ab, sondern von drei Fragen: Wer erstellt den Content glaubwürdiger, wessen Zeit ist wertvoller und wie wichtig ist der Kanal für Ihre Kundengewinnung?
Selbermachen ist die bessere Wahl, wenn:
Ihr Geschäft von Ihrer Person lebt. Ein Friseursalon, ein Lokal oder eine Personal Trainerin wirken mit authentischen Handy-Videos aus dem Alltag oft stärker als mit polierten Agentur-Grafiken. Diesen Content kann Ihnen niemand glaubwürdig abnehmen.
Sie in der Gründungsphase sind und jedes Monatsbudget zählt. Dann ist selbst posten mit klarem Plan besser als gar nichts – oder als ein Billig-Paket ohne Substanz.
Social Media für Sie ein Nebenkanal ist, weil Ihre Kunden über Empfehlungen oder die Google-Suche kommen. Dann reicht ein gepflegtes Profil als Visitenkarte; dafür braucht es keine Betreuung.
Auslagern rechnet sich, wenn:
Ihre Arbeitszeit im Kerngeschäft mehr wert ist als die Betreuungspauschale. Diese Rechnung haben Sie im Abschnitt davor bereits gemacht.
der Kanal Anfragen bringen soll, nicht nur existieren. Strategie, Anzeigen und saubere Messung sind Handwerk – hier zahlt sich Erfahrung direkt in Ergebnissen aus.
das Posten seit Monaten „irgendwann nächste Woche" passiert. Wenn die Konstanz intern nicht zustande kommt, ist das keine Charakterfrage, sondern ein Zeichen, dass die Aufgabe extern besser aufgehoben ist.
Die Mischform wird oft übersehen: Strategie, Setup und ein Content-System von Profis aufbauen lassen, die laufende Umsetzung selbst übernehmen – mit authentischem Material aus dem Betrieb, das die Agentur aufbereitet oder das nach einer Schulung intern entsteht. Für viele kleine Unternehmen ist das der beste Mittelweg aus Kosten und Qualität.
Selbermachen kostet kein Honorar, aber Arbeitszeit – die ehrliche Rechnung vergleicht beides, nicht Honorar gegen null.
Woran Sie eine gute Agentur erkennen und Geldverbrennen vermeiden
Wenn die Entscheidung Richtung Auslagern fällt, entscheidet die Auswahl der Agentur darüber, ob das Budget arbeitet oder verpufft. Vier Punkte trennen seriöse Anbieter von teuren Enttäuschungen:
Anfragen als Messgröße, nicht Likes. Fragen Sie im Erstgespräch, woran der Anbieter den Erfolg misst. Wer nur über Follower und Reichweite spricht, verkauft Ihnen Sichtbarkeit ohne Geschäftsnutzen. Eine gute Social-Media-Betreuung durch eine Agentur richtet Content und Anzeigen von Anfang an darauf aus, dass aus Reichweite Anfragen werden – nachweisbar im Reporting.
Transparentes Reporting. Sie sollten jeden Monat sehen, was gepostet wurde, was es gebracht hat und was daraus folgt. „Der Algorithmus war schwierig" ist kein Reporting.
Content mit Bezug zu Ihrem Betrieb. Lassen Sie sich zeigen, wie der Anbieter an Material kommt: Fragt er nach Fotos, Einblicken und Themen aus Ihrem Alltag oder liefert er Vorlagen von der Stange? Austauschbarer Content ist auf jedem Kanal wirkungslos.
Faire Vertragsbedingungen. Eine gewisse Mindestlaufzeit ist bei Social Media legitim, weil organischer Aufbau Monate braucht. Alles jenseits von sechs Monaten Bindung ohne Ausstiegsmöglichkeit sollte Sie stutzig machen.
Achtung:
Vorsicht bei Verträgen mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit oder automatischer Verlängerung um ein weiteres Jahr. Seriöse Anbieter binden Kunden über Ergebnisse, nicht über Kündigungsfristen.
So halten Sie das Budget klein – egal ob selbst oder mit Agentur
Unabhängig davon, wer die Kanäle betreut, senken drei Grundsätze die Kosten spürbar:
Eine Plattform statt fünf. Der teuerste Fehler ist, überall gleichzeitig präsent sein zu wollen. Ein starker Kanal, auf dem Ihre Zielgruppe wirklich unterwegs ist, schlägt vier halbherzig bespielte. Das halbiert den Aufwand und damit jedes Angebot.
Content mehrfach nutzen. Aus einem Kundenprojekt lassen sich ein Beitrag, eine Story, ein Kurzvideo und ein Vorher-nachher-Posting machen. Wer Inhalte systematisch wiederverwertet, braucht deutlich weniger Produktionszeit pro Beitrag – das gilt für Sie genauso wie für jede Agentur, deren Stunden Sie bezahlen.
Ziele vor dem ersten Posting festlegen. „Mehr Sichtbarkeit" ist kein Ziel, „fünf Anfragen pro Monat über Instagram" schon. Ein klares Ziel verhindert, dass Budget in Beiträge fließt, die niemanden zu Ihnen führen. Außerdem macht es jedes Reporting überprüfbar.
Fazit:
Social Media Betreuung kostet am österreichischen Markt je nach Umfang grob 500 bis 2.500 Euro pro Monat, Selbermachen kostet vier bis acht Stunden Arbeitszeit pro Woche und Plattform. Rechnen Sie beides gegeneinander: Wer mit authentischem Content aus dem eigenen Alltag punktet und die Zeit aufbringt, fährt mit Selbermachen gut. Wer Anfragen aus dem Kanal holen will oder dessen Zeit im Kerngeschäft mehr wert ist, für den rechnet sich das Auslagern – bei einem Anbieter, der Anfragen misst statt Likes.
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